AUS ALEXANDRAS BLOG

Wie trennt man sich richtig?

19.11.2023

Loslassen zwischen Eltern und Kindern: Alexandra Weise schreibt über vertraute Rituale, wachsende Selbstständigkeit und persönliche Fragen an familiäre Übergänge.

Loslassen im Familienalltag

Liebe Leserinnen und Leser, es wurde bereits einmal mal über frühkindliche Entwicklung geschrieben. Der eine Blogbeitrag ging über Zähne, und ihr zeitliches In-Erscheinung-treten.

Heute möchte ich ein psychologisches Phänomen in Worte fassen, dass sicherlich jeder Vater und jede Mutter kennt (wenn nicht, lasst es mich wissen!!): LOSLASSEN.

Wenn vertraute Rituale sich verändern

Es sind mehrere Schichten, die das betrifft. Zum einen ist es das ganz normale «Kind abgeben», sei es im Kindergarten, bei den Großeltern oder zu FreundInnen. Bis es alleine einen Weg, z.B. zur Schule zurücklegen darf, dauert es in der Regel ein paar Jahre. Meistens klappt das früher oder später problemlos, da es eh im Alltag so am praktischsten ist und zur kindlichen Entwicklung dazu gehört.

Das emotionale Loslassen

Jetzt gibt es aber auch das emotionale, psychische Loslassen, wo es darum geht, dass Eltern und Kind bestimmte Rituale und/oder liebgewonnene Gefühle neu ausrichten und nicht mehr am Anderen haften. Das ist m.E. sehr schwer, da die eigenen 4 Wände, das Gewohnte, dazu verleiten hier nachlässig zu sein. Bei manchen mag das von alleine funktionieren, das hab ich selbst erlebt, da Signale aus dem Leben zu einem gesendet werden, die genau das fordern und Wünsche des Kindes, die darauf hindeuten.

Manchmal läuft es aber auch anders herum, dass ein Elternteil, meist die Mutter, den Wunsch nach Distanz und Ruhe für sich selbst hat bzw. wenn es von Elternseite neutral ist kann auch das Kind nochmal eine Portion Geborgenheit fordern. Und es liegt in unserer Freiheit wie wir, bzw. ob wir, auf dies eingehen. Hier werden tiefere Schichten berührt, als das Alltägliche, Oberflächliche, Gewöhnliche. Eine seelische Freinstruktur kommt hier zum Vorschein, die, wenn man gut hinschaut oder -fühlt, das Miteinander in der Familie und im Freundes und Bekanntenkreis beeinflusst.

Ich glaube, jedes Wesen hat den Wunsch, etwas Besonderes zu sein. Die Seele holt sich das in Form von Freundschaften und Familienbeziehungen und später durch den Intimpartner. Auch hier kommen Trennungen vor, sei es durch Streit, durch Tod oder durch Fremdgehen. Vertrauensbrüche oder Enttäuschungen, die das Leben eben auch bereithalten kann. Jedes Mal wird ein unsichtbares Band umstrukturiert oder gewaltsam getrennt. Wozu? Fit bleiben, Erfahrungen machen, Lernen? Oder sind wir gar nicht frei und eine unsichtbare Hand führt uns an unsichtbaren Bändern, wie ein Kind mit Lego oder mit Puppen spielt und die Figuren, wenn es zum Essen gerufen wird, einfach zur Seite legt.

Persönliche Gedanken zu Übergängen

So gibt auch insgesamt unsere jetzige Zeit mit so viel Zerwürfnissen zwischen Staaten, Personengruppen und Umstrukturierungen in der Wirtschaft genau das selbe auf. Auch hier ist ein gesundes LOSLASSEN hilfreich und gewollt.

So bleibt mir jetzt euch ein gutes Gelingen zu wünschen, wir sehen uns beim nächsten Beitrag:)

Herzlich

Alexandra

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Dr. Alexandra Weise

In ihrem Blog verbindet Alexandra Grundlagen der Pentalogie nach Hans Müller mit persönlichen Beobachtungen, historischen Texten und Fragen aus dem Alltag.

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