AUS ALEXANDRAS BLOG

Römische Zahlen:)

26.12.2022

Römische Zahlen verständlich betrachtet: Alexandra Weise erläutert Zeichen wie I, V und X, ihre Rechenweise und persönliche Beobachtungen zum römischen Abakus.

Römische Zahlen und ihre Zeichen

Nein, es wird kein XXL-Artikel, weil die Römer so ein tolles Volk waren. Es wird allerdings auch kein XS-Blogbeitrag, nur weil es heute bloß ganz wenige gibt die noch fließend Lateinisch sprechen können.

Es wird ein ganz normaler Beitrag.

Die alten Römer haben ihre Zahlen in Buchstaben dargestellt. Dabei stand je ein Buchstabe für einen festgesetzten Zahlenwert, große Zahlen wurden dann als Buchstabencode erstellt – man musste rechnen können. Heute sind sie fast ausschließlich als Großbuchstaben – Majuskeln – dargestellt. Früher wurden auch noch Minuskeln, die kleinen Buchstaben verwendet. Die Zahlenvariablen, also die Buchstaben, die eine bestimmte, festgelegte und allgemein bekannte Zahl darstellten hatten ihren Ursprung im römischen Alphabet, in der Kerbschrift der Italvölker oder bei den Griechen.

Das I steht für die 1, dann gibt es ein V für die 5, ein X für die 10, ein L für die 50 und das C im Sinne von centum für die 100 – wir kennen dieses lateinische Wort z.B. in Prozent. Es gibt ferner ein D für die 500 und ein M für die 1000.

Addition, Subtraktion und Darstellungen

Gelesen wird die Zahl von links nach rechts, beginnend mit der größten Zahl. In der Regel wird durch Addition der Einzel-Zahlenwerte umgerechnet. Dabei sind zwei C´s eine 200 und drei Xe eine 30. Aus reiner Ästhetik führte man außerdem die Subtraktionsregel ein, damit nicht vier gleiche Zahlen hintereinander geschrieben werden müssen. Dazu wird der kleinere Wert zuerst, gefolgt von dem größeren, von dem er abgezogen werden soll, geschrieben.

„Demnach ist XL keine Kleidergröße, sondern aus Sicht der alten Römer die Zahl 40. Und CD ist keine Musikscheibe, sondern der Zahlenwert 400. Es ist bei einer sauberen Einhaltung dieser Regel nicht gestattet mehr als ein Zeichen subtraktiv zu verwenden, also beispielsweise für das Schreiben einer 18 zwei I vor das letzte X zu setzen. Aber auch das und andere ähnliche Beispiele hat man in alten Schriften und Inschriften ebenfalls schon gefunden.

Die Subtraktionsregel als verkürzende Schreibweise wurde schon in Rom angewendet, ihre konsequente Anwedung fand jedoch erst im späten Mittelalter statt, obwohl es da immernoch Mischformen ohne Subtraktion gab.“

Der römische Abakus

Zitate entnommen aus Zahlen bitte, ein mathematisches Bilderbuch, Ulrich Vogt in Zusammenarbeit mit dem Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn

Auch in einem 3000 Jahr alten Rechenbrett sind Ziffern verarbeitet. Diese Rechenbretter wurden in China, in Japan und in Italien verwendet, nannten sich Suanpan, Soroban oder Abakus (von griech. Ábakos = Tafel, Brett). Hier dienen jeweils 5 Kugeln in einer 4 + 1 Anordnung dazu bis 1.000.000 zu rechnen. Interessanterweise wurden im kleinen Bereich zusätzliche Darstellungsmöglichkeiten geschaffen. Es gibt neben der Einer-Schiene im Römischen Abakus das As, was einer Goldmünze entspricht. Daneben sind 5 weitere Schlitze, die Bruchteile des As darstellen und Unzen heißen. Hierbei ist eine Unze, von lat. unzia, 1/12 As und eine Semunze, von lat. semunzia, also ½ Unze = 1/24 As.

In diesem Sinne – schauen Sie gelegentlich auf eine Kirchturmuhr, vielleicht trägt sie römische Ziffern!

Herzlich,

Alexandra

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Dr. Alexandra Weise

In ihrem Blog verbindet Alexandra Grundlagen der Pentalogie nach Hans Müller mit persönlichen Beobachtungen, historischen Texten und Fragen aus dem Alltag.

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