Der Begriff System wird in vielerlei Hinsicht benutzt, er bedeutet aber immer eine Gesamtheit von etwas.
Beispielsweise bedeutet System, wenn man den Begriff statisch definiert:

Eine „Gesamtheit, die aus mehreren Einzelteilen funktionaler Einheiten besteht, die der Erfüllung bestimmter Aufgaben dienen, einen planmäßigen, logischen Aufbau haben, oder eine planvolle Vorgehensweise erlauben.“

Aus dynamischer Sicht kann man eine Definition von van Bertalanffy benutzen.
In „Allgemeine Systemtheorie“, 1969 steht zu lesen:

„Ein System ist ein Komplex interagierender Elemente.“

Ich werde hier keiner dieser Definitionen den Vorzug geben, sondern anbieten, System als ein Lehrgebäude oder eine Gesamtheit von wissenschaftlichen Auffassungen, Erklärung von Erfahrungen und Beobachtungen zu verstehen. Noch differenzierter bzw. zugespitzter könnte man sagen, es stellt eine Lehre, Lehrmeinung und strukturierte Zusammenstellung von Gesetzmäßigkeiten dar.

In diesem Sinne ist das „Pentadisch-dekadische System“ nach Hans Müller eine Lehre, eine Lehrmeinung und eine Verbindung von Gesetzmäßigkeiten. Das System weist eine Struktur auf und besteht aus Elementen, die untereinander in Beziehung stehen. Daraus entsteht ein statisch-dynamisches System.

Zum besseren Verständnis der abstrakten Erläuterungen ist ein Blick in die Geschlossenheit eines Systems hilfreich. Nach Anatol Rapoport (1988) wird ein System gekennzeichnet durch drei grundsätzliche Dimensionen. Die

Identität eines Systems
(Ein System weist eine immanente Stabilität aus, bildet eine Einheit. Identität wird beispielsweise durch Symbole gestiftet.)

Organisation eines Systems
(Dazu gehört die Struktur des Systems, seine Regeln und Gesetzmäßigkeiten, die Ordnung seiner Elemente und die Beziehungen zwischen ihnen.)

Zielgerichtetheit eines Systems
(Ein System hat einen Zweck, einen Grund, warum es existiert, ein Ziel, das mit seiner Existenz verfolgt wird.)

Verglichen mit den drei Grundsätzen wird im „Pentadisch-dekadischen System“ die Identität durch die Zahlen 5 und 10 (= 2 x 5) und das Symbol des Fünfsterns (einmal aufrecht und einmal auf dem Kopf stehend = Zehnstern) hergestellt. Die Einheit des Systems grenzt sich durch Definition nach Außen ab und ist im Inneren bedingt durch die Beziehungen der Gesamtheit der Systemelemente.

Die Struktur des Systems kennt sowohl statische als auch dynamische Anteile.
Die Ordnungen gründen sich auf:

1) numerologische Anteile, die sowohl einen inhaltlichen als auch einen Zähl- und Platzwert besitzen und
2) ein Gliederungssytem, dessen Bestandteile Beziehungen erlauben zu Denksystemen, dem Menschen sowie einer Kosmologie.

 

Schließlich wurde das „Pentadisch-dekadische System“ von Menschen gefunden, erfahren, ausgebaut und gelehrt, um die Verbindung der Menschen zwischen Himmel und Erde nicht nur mystisch erfassen zu können, sondern auch verständlich und (be-)rechenbar zu machen.
Hiermit ist es nun für jederman erlernbar!

Ein System ist mehr als die Summe seiner Elemente, und die Elemente erhalten ihre Bedeutung erst durch die Funktion im System. Das Besondere am System ist also seine Ganzheitlichkeit!

Die Elemente des Systemganzen bestehen aus zehn Gesetzmäßigkeiten:

Das Dekadisch-pentadische System bildet die Vereinigung der zehn gesetzlichen Systeme:

1) Das System des Schöpfungsplanes, als Analogisme des vertikalen Grundsatzes von Geist und Kraft, Energie und Materie, Objektion und Subjektion.

2) Das System der dekadischen Zahlen- und Zählsymmetrie der Folgekette des geistschöpferischen Impulses und der polaren Einheiten.

3) Das statisch-dynamische Wechselfeld als Träger und Bewirker des Dreiklanggesetzes von Ursache, Wirkung und Folge.

4) Das System des Raumes, seiner Weiten, Höhen und Tiefen, seiner Härten und Grenzen; seiner Schichtungen, Bewusstheiten, seiner Bedeutungen und seiner Zeiten.

5) Das Wandlungs- und Umkehrfeld des „JANUS“, des Gegenwärtigen, der Kriterien; der Teilung in die drei Momente der Zweiheiten: Aufgang, Höhe und Abgang; Involution, Revolution und Evolution; der Trennung und Verbindung; Scheidung und Wiedervereinigung; der Wechsel von Bewegung und Ruhe, von Statik und Dynamik, von Yang und Jinn.

6) Das elektrisch-magnetische Wechselfeld; das System der Spannungen und der Willenspolaritäten; der Auseinandersetzung von Kraft, Wille, Geist und Energie.

7) Das System der kollektiv-menschlichen Wesensstruktur, als Abbild des Lliakroanthropos und Analogismus des Einzel-Lebensträgers. Das ist der Mensch als System der Persönlichkeit, der sich auf Erden über alles erhebt.

8) Das System der innermenschlichen Organismen, der Ordnung seiner Meridiane, das Vagus-System der emotionellen Lebenskräfte, der Ober-, Unter- und Überbewusstheiten.

9) Das Bewegungs-, Lebens-, Erfüllungs- und Zeitenwandlungs-System. Der Zeitgeist im Rhythmus der neun-mal-elf oder der elf-mal-neun Einheiten.

10) Das System der Systeme! Das System der Erfüllung und Vollendung; der endgültigen Vollendung und Beendigung des Planes und der Evolutionsgesetze von Raum-Zeit-Wesen-Wandlung.

 

Die zehn essenziellen Systeme der dekadisch-pentadischen Vereinigung überdecken sich sinngemäß. Sie schwingen im Kreis-Akkord des „Vollendeten Systems der Zehnheit“ und bilden eine geschlossene Einheit, bestimmt vom Geist, von der Kraft, vom Raum und von der Zeit.

Setzt man nun diese zehn Systeme zueinander in ein ausgeglichenes Verhältnis, dann kommt man der absoluten Wahrhaftigkeit der Kosmogenesis und der Anthropogenesis sehr nahe. Dann findet man zu der lebendigen Welt der Wirklichkeiten hin, – die abseitig von der Welt der irrigen und täuschenden Formungen und Gestaltungen existiert.

Der Mensch im System

Auch der Mensch hat und ist ein dekadisch-pentadisches System. Er vereinigt in sich die gleichen zehn – sich überdeckenden – Systeme, und er wird ebenso geleitet und gelenkt vom Geist und von der Kraft, vom Raum und von der Zeit. Selbst die körperliche Gestalt entspricht dem dekadisch-pentadischen System. Sie hat sich nicht etwa aus praktischen Notwendigkeiten heraus oder bedingt durch äußere Umstände ausgebildet.
Die Entwicklungstendenz folgt vielmehr so, – wie bei allem Wesenhaften – dem innewohnenden pentadischen Gesetz. Sie folgt der Symmetrie des Geistes, demselben gleichen Gesetz, das einmal in der Vorzeit des Menschen in das Urbild der Geschlechter hineingelegt wurde. Auch die menschliche Gestalt und selbst das System ist die Wirkung des schöpferischen Willens und eine Folge der allgemeinen (vorgeplanten?) Ordnung.
Es kann nichts in der Welt aus sich selber entstehen, und nichts kann sich von selber bilden, ausbilden und gestalten. Alles hat Ursache im Gesetz und folgt dem Gesetz. Alles trägt den Stempel des Geistes, – den einer weisen, gütigen Planung – und alles folgt einer vorbedachten, grandiosen Ordnung und Vollkommenheit – deren Ende bereits im Anfang begründet liegt. Diese – allem zugrundeliegende Ordnung – ist die des pentadisch-dekadischen Systemes.
Dieses System der Gesamtordnung, das aus dem Denken kommt, führt zum lebendigen Leben und gibt dem Sein einen Sinn, ein Ziel und eine Erfüllung.

Text von NINA WEIGEL-TICHY (*24.12.1943, + 25.12.2007)