Unter Achsen oder Gegenverspannungen verstehen wir im Pentagramm die Verbindung zweier gegenüberlieger Prinzipien, deren Verbindungslinie durch den Mittelpunkt geht. Ihr Verhältnis ist antipodisch, d.h. sie verkörpern beide gleiche Tendenzen und Bestrebungen in zwei gegensätzlichen Bereichen. Achsenprinzipien stellen identischen Gegensätze dar.

Das Spannungsfeld einer Achse kann sich auswirken als Auflösung, Aufbau, Zersetzung, Stärkung, Ergänzung, usw., immer jedoch bedeutet sie ein betontes Kräftewirken mit energetisch drängendem, hervordrängendem ursprünglichem Bestreben entsprechend ihren prinziplichen Qualitäten. Spannung ist potentielle Energie, die dem Individuum zur Verfügung steht und die genutzt werden möchte.

 

Fünf Achsenverbindungen ergeben sich aus den 10 Prinzipien / Zahlen:

1 – 6 = Haupt- und Willens- und Vertikalachse

2 – 7 = Bewusstseinsachse, Nord – Süd – Achse

3 – 8 = Wunsch- und Wollensachse

4 – 9 = Schicksal- und Erkenntnisachse

5 – 0/10 = Mitten- und Wandlungsachse

 

 

Die Eins-Sechs-Achse

Die 1-6-Achse

Diese Achse wird auch die Vertikale genannt. Andere Namen können Willens-, Zeugungs- oder Hauptachse sein. Geist und Materie, Pneuma und Soma, Elektrizität und Magnetismus, Levitation und Gravitation, Potenz ( 1 ) und Resonanz ( 6 ) stehen sich in dieser Verbindung antipodisch gegenüber. 1-6 ist die direkte Verbindung des Menschen aus seiner Stofflichkeit heraus zum kosmischen Geistfunken.  In dieser Auseinandersetzung stehen sich die gavitativen, animalischen Instinkte des Menschen und die levitativen, vernunft- und geistorientierten Willensbestrebungen gegenüber.

Die Spannung dieser Achse erfordert ständige Entscheidungen: Setzt sich der Magnetismus durch und die Körperlichkeit dominiert, oder setzt sich der „höhere Wille“ durch und der Mensch zwingt das Körperliche sich unterzuordnen bzw. in ein Ganzes einzufügen, um seine Entwicklung vom ES zum ICH und zum SELBST nicht zu beeinträchtigen.

Die 1 strahlt permanent passiv auf jeden Prinzippunkt, um sie mit ihrer Energie und ihrem spendenden Willen/ihrer Aufgabe zu erfüllen, ohne dabei zur Inanspruchnahme zu drängen. Aus dem 6. Prinzip strahlt es permanent aktiv zu jedem anderen Prinzip, es drängt ungeduldig, kurzrhythmisch und unablässig seine Kräfte anbietend, auf Beachtung hinwirkend. Dabei stehen ihm Triebe und Verlockungen zur Seite, um sich wie ein Trojanisches Pferd einzuschleichen, um letztlich alles zu beherrschen und unter seinen Willen zu zwingen. Die „Strahlen“ von 1 zur 6 und von 6 zur 1 treffen sich auf halber Strecke und halten sich optimalerweise im Gleichgewicht.

Die planetaren Entsprechungen dieser Achse sind die Zentralsonne ( 1 ) und Mars ( 6 ). Auslösezeiten sind mit 16 und 61 Jahren. Ihr Symbol ist die „Jakobsleiter“

Die Zwei-Sieben-Achse

Die 2-7-Achse

Sie ist die erste Hauptteilungsachse im Pentagramm und wird auch Bipolare Achse, Nord-Süd-Achse oder Bewusstseinsachse genannt. Sie teilt das System in zwei Hälften: die des Männlich-Wollenden mit dem Schwerpunkt auf dem 6. Prinzip und die des Weiblich-Sehnenden mit dem Schwerpunkt auf dem 8. Prinzip. Durch bewusstes Erarbeiten der polaren Gegensätzlichkeit kann die Grundlage entstehen, aus der heraus sich die stufenweise, bewusstseinsmäßig orientierte Höherentwicklung vollziehen kann, aus der heraus es dem Menschen möglich ist, beide Seiten in sich in Einklang zu bringen, zu neutralisieren. Die Höherentwicklung geht von der polaren Geschlechtlichkeit ( 6-8 ) weiter über 5-9 (religiöse Bereitschaft, Erkennung), 4-0 (Wendekreis, Sonnentor) und  3-1 (reflexive Wirkung von Geist auf Stoff und Stoff auf Geist). Das Spannungsfeld teilt sich in das Überbewusste, Mediale, unsichtbar Vorhandene, vital Entfernende ( 2 ) gegenüber dem Greifbaren, Wahrnehmbaren, Lebenserfahrung sammelnden, Vital – Sonnenhaftem ( 7 ). Die Orientierung muss über das Bewusstsein geschehen, sonst regieren beide Aspekte als Tag und Nachtbewusstsein.
Die 2 – 7 Achse tritt häufig im Pentagramm auf und geht oft mit Hemmungen, Behinderungen, Entschluss- und Entfaltungsschwierigkeiten einher.

Die planetaren Entsprechungen dieser Achse sind die Erde oder die Sonne ( 7 ) und Neptun ( 2 ). Auslösezeiten sind mit 27 und mit 72 Jahren.

Die Drei-Acht-Achse

Die 3-8-Achse

Die Wunsch- und Wollensachse repräsentiert auch die Achse des Weiblichen Prinzips. Die (männliche) 3 drängt dynamisch und entschieden zum Entschluss, sie resultiert als geistiger Taktwille mit involutiver Ausrichtung aus 1  und 2, IST DRANG nach Entfaltung, drängt zur Tat ohne diese schon zu sein und ist blind in ihrer Ausrichtung. Die 8 will, als Vollendung irdischer Schöpfung mit allem Schönen und Künstlerischen, ebenso mit Reizen für Sinnesempfindungen, erhalten, ausbauen und verharren, ist Fülle bis hin zur Endlosigkeit. Sie ist auch das Prinzip seelischer Größe, natürlicher Schönheit und des Weiblich-Schöpferischen. In dieser Achsenverspannung liegt höchste Leistungskraft gegenüber totalem Desinteresse. Sobald 8 und 3 sich zusammenschließen -dazu gehört von der 8 ein konkretes Ziel-, wird höchste Leistungskraft, Zielstrebigkeit und Ausdauer erzeugt, bis das Ziel erreicht ist. Danach zieht die 8 sich wieder auf sich zurück und die in der Achse liegende „Verspannung“ wird offensichtlich. Dies kann sich u. a. in Lethargie, Desinteressen oder einem ausgeprägtem Phlegma äußern.

Von den Fünf Achsen beziehen zwei sich nur auf das Feld des Pentagramms. Es sind dies die 3 – 8- und die 4 – 9-Achse. In diesem Bereich spiegelt sich alles aus der oberen und der unteren Dreiheit. Die Kunst der Fuge besteht darin zu differenzieren, was ursprünglich von oben oder unten kommt. Ohne Intellekt und einer guten Vorstellungfähigkeit, sowie einem flexiblen Bewusstseinspunkt ist dies wohl kaum möglich. Die beiden Achsen stellen auf unterschiedlichen Schichten mit unterschiedlicher Wirkrichtung – involutiv und evolutiv – ihr Kräftepotential dar.

Das Spannungsfeld der 3 – 8 lässt im Verhalten auf viele Wechsel im Erleben und Leben, auf eine auffällige Uneinheitlichkeit schließen.

Die planetare Entsprechung dieser Achse ist Uranus ( 3 ) und Venus ( 8 ). Auslösezeiten sind mit 38 und 83 Jahren.

Die Vier-Neun-Achse

Die 4-9-Achse

Diese Achse wird auch Schicksal- oder Erkenntnisachse genannt. Sie ist durch ihre Bedingungen und Qualitäten eng mit dem Menschen verbunden und bietet großes Potential sich zwischen „in den Raum hinein verdichtet“ und „aus dem Materiellen heraus vergeistigt“ zu entfalten. In der Verspannung 4 – 9 wird der Empfindungswille, die freien Sinne, die Wahrnehmbarkeit ( 9 ) usw. unter den Zwang der physischen Gesetzlichkeit gestellt ( 4 ). Dem Einengenden, Verhärtenden und Konzentrierenden der 4 steht die sinnentfaltende Verbindung der 9  zu den außerhalb von Raum und Zeit liegenden Bereichen antipodisch gegenüber.Die 4 bindet mit ihrem Tendenzen, Eigenschaften, Fähigkeiten die regen Sinne und den Empfindungswillen der 9 an die Gesetze des Stoffs. Die 9 versucht mit ihrer Aufnahme, Sinnes- und Empfindungsfähigkeit die auf- und wahrgenommenen Eindrücke zu durchdringen, um so die Körperlichkeit empfindsamer, wahrnehmungsfähiger und erkenntnisbereiter zu machen. 9 ist um Differenzierung bemüht, 4 um Komprimierung. Dieser Gegensatz entwickelt den Druck sich mit der Problematik dieser Verspannung auseinanderzusetzen und zu entsprechenden Erkenntnissen und Einstellungen zu finden. Ohne pentadisches Wissen gerät der Mensch so lange in Situationen, die ihn zum Nachdenken auffordern, bis er verstanden hat.  Nicht umsonst wird die 4 – 9 Achse Schicksal-und Erkenntnisachse genannt, denn Schicksale sind Hinweise die zur Erkenntnis bzw. Bewusstsein führen ‚wollen‘, i. d. R. mit zunehmender Intensität.Die planetaren Entsprechungen dieser Achse sind Saturn ( 4 ) und Merkur ( 9 ). Die saturnische Härte, Alterung, Zwang, Notwendigkeit, Kausalität und Schicksal wird von der merkurischen Befreiung, Überwindung, Umwandlung, Transmutation, Transformation bis hin zu Transsexualität kontrapunktiert.  Auslösezeiten sind mit 49 Jahren und mit 94 Jahren.

Die Fünf-Null-Achse

Die 5-0-Achse

Die Wandlungs- oder Mittenachse ist verknüpft mit vielen Veränderungen, Wechseln und/oder Wandlungen, die sich auf alle Lebensbereiche beziehen können. Die Polarität, das Spannungsfeld wird in diesem Fall erzeugt durch die Eigenschaft der 5, die bestrebt ist auszubauen, möglichst viele oder große materielle Güter zu häufen, höchste Lebenserfüllung zu genießen und Lebensbejahung zu zeigen und durch die Eigenschaft der 0 bzw. 10, die sowohl Anfang als auch Ende ist, bei der sich alles sammelt, was an Erfahrung gemacht wurde – losgelöst von jeglicher stofflicher bzw. materieller Bindung,  das jede Regung aufnimmt, Dinge vollendet oder auflöst und gleichzeitig ständig ungerichtete Impulse in eine neue Kreisung schickt.

Diese Achse trennt das Pentagramm (ebenfalls) „mittig“ und weist auf die Lebensmitte hin (mit 50-55 Jahren), in der eine „Umkehr“ erfolgt sein soll. Der äußere Bereich (Beruf, Familie) sollte dann soweit abgeschlossen sein, damit die Hinwendung zum Inneren erfolgen kann, wobei dies nicht als Dogma gesehen werden soll, sondern „schwerpunktmäßig“.

Die Überhäufung von (irdischen) Glücksmomenten (5) birgt aber die Gefahr von Verfall, von Degeneration  in sich. Das 5. Prinzip ist zweigesichtig, es ist „Janus“,  schenkt mit der einen Hand und mit der anderen fordert sie Rechenschaft, für was die Gaben eingesetzt wurden.  Die  ätherische, geistige Zweigesichtigkeit der 0/10 ist von einer anderen Art, da sie in der Funktion der Zehn Abschluss, als Funktion der 0 jedoch Ursprung, Neuanfang bedeutet.

Die planetaren Entsprechungen dieser Achse sind Jupiter ( 5 ) und (chandrischer) Mond ( 0/10 ).

Der Tiefere Sinn dieser Spannung bedeutet Wandlung, d.h. mehrere Mal werden grundlegende Veränderungen, Wandlungen (von Schicht zu Schicht auf dieser Achse entsprechend differenzierter) eintreten, wobei die innere Wandlung und Entwicklung höchste Priorität hat.

Um dem geneigten Leser eine Kostprobe der Originalliteratur und möglichen Anknüpfungspunkten für aktuelle, eigene Forschung zu geben hier eine Stelle aus dem Werk „Strahlungsorganismus“ (Das strahlende System des menschlichen Geistes Band 5, Textausschnitt aus dem Kapitel „Die achsialen Verspannungen und ihre Lösung nach Zeiten, Seiten 288-293)

Die Achsen, als polare Aspekte ideologischer und identischer Gegenwirker, regen zu zwei Momenten der Auslösung ihrer Gegensätzlichkeiten an. Zwei Zeiten stehen im Leben des Trägers unter dem Zeichen dieses Lösungszwanges jeder der fünf Achsen. Das gilt für jedes Wesen. In keinem normalen Leben fehlen diese normalen Erlebnis- und Wandlung hervorhebenden Lösungszeiten. So löst sich zum Beispiel die Vertikalachse von Sechs nach Eins, als Spannung, die dem numerologischen Aspekt der Zahl 16 entspräche, mit 16. Jahren aus.

Zahlen sind immer gleich der Zeit und immer gleich den Lebensjahren.

In entgegensetzter Richtung löst sich die Achse von Eins nach Sechs als Spannung mit 61 aus. Folgerichtig zu erwarten ist das mit 61 Jahren. Der ideologische Höhepunkt schwingt in der Mitte beider Lösungszeiten im Sinne der Höchstentfaltung des dadurch sich zum Ausdruck bringenden Verspannungsproblemes.

Stets bewährt und bestätigt sich der Lehrsatz der Natur, dass sie in bereitwilliger Weise hergibt, jedoch wieder zurücknimmt, wenn es an der Zeit ist; dass sie die Kräfte bereitstellt, entsprechende Anlagen zu entfalten und Ziele zu verfolge – um, aber zuletzt das umgekehrte zu erwarten.

Was die eine Seite der Achse gibt, das nimmt die andere Seite wieder. Beides zu entsprechenden Zeiten nach Lebensjahren und in entsprechendem Sinne. Wie der Tod nie sein kann ohne vorherige Geburt, wie eine Lösung nie sein kann ohne Aufgabe und nie wo keine Spannung besteht, so darf und kann kein Leben so erfüllt und beendigt werden wie es einmal begonnen wurde. Alles in der Natur verlangt und drängt auf Anfang und Ende – und auf Umkehrung. Umkehrung aber heißt: Umstellung auf halben Wege. Das Innere muss nach Außen und das Außen muss nach Innen; Yang wird Yinn und Yinn wird Yang, und letztenendes wird auch männlich zu weiblich  und Weibliches vermännlicht sich (488). Steigert die Natur dem Mann mit 16 Jahren das Männliche, die Kraft und das Zeugungsbewusstsein, weckt sie in ihm die Potenz und wächst sich das Männliche in ihm aus, um ihn zu entsprechender Auswirkung zu drängen, so verlangt sie nach dem gleichen Gesetz mit 61 Jahren das Umgekehrte. Sie verlangt Umkehrung, Abkehrung. Sie verlangt Abstand vom Kraftbewusstsein und vom Kraftwirken und Wandlung des männlich-betonten zu weibeigenem Wollen. Sie verlangt Umstellung von Kraft-Willensbewusstsein zu Geistwillensbewusstsein. In beiden Fällen macht die Natur einen entscheidenden Eingriff indem sie, wie gesagt, einmal gibt und ein andermal wieder nimmt. In beiden Fällen erweist sie sich als drängend oder zwingend. In beiden Fällen – falls gegen die natürlichen Ordnungsgesetze verstoßen wird – ergeben sich nachhaltige Folgen auf allen Seinsgebieten und bis in den physischen Organismus hinein.


Werden die Achsen so herausgestellt, dass die beiden Lösungszeiten übersichtlich untereinander stehen, dann ist zunächst zu erkennen, dass die Anfangs- und Endzeiten gänzlich verschieden liegen, dass aber die Zeitabstände dazwischen die gleichen Längen, beziehungsweise die gleiche Zeitdauer aufweisen. Die Differenz macht in jedem Falle 45 aus. Analog dem ist das eine Zeitdauer von 45 Jahren.

 

I.          16 bis 61:  Differenz zwischen 61 und 16 ist 45.

II.         27 bis 72:  Differenz zwischen 72 und 27 ist 45.

III.        38 bis 83:  Differenz zwischen 83 und 38 ist 45.

IV.        49 bis 94:  Differenz zwischen 94 und 49 ist 45.

V.         05 bis 50:  Differenz  zwischen 50 und 05 ist 45.

 

Hier tritt die Zahl 45 als Zeit und als Frequenzwirken recht deutlich in Erscheinung. Sie ist stets in dieser Bedeutung anzutreffen, als höchst entscheidendes generelles Moment im Dasein des Menschen und aller Wesen.

45: Vier und Fünf – diese gewaltigen hierarchischen Prinzipien, die eigentlichen Beherrscher des Raumes und all dessen lebendiger Durchströmung; Träger und Ermöglicher des geheimnisvollen Lebensvorganges und ihre Regelnden und begrenzenden Gesetze, wirken auch hier in analogem Sinne.

Zwischen Erstauslösung und Endauslösung einer jeden Achsenverspannung schwingt die Mittenauslösung.

.Die Mittenauslösung kommen aus der gefährdetsten und empfindlichsten Stelle inmitten der beiden konträren Spannungsfaktoren jeder Achse: dem Anfangs- und Endmoment. Sie verlangen ganz besondere Beachtung und Vorsicht. Die Zeiten dieser Mittenauslösungen errechnen sich sehr einfach, indem die halbe Differenz. das ist 45 : 2 = 22,5 Jahre – der kleineren Lösungszeit hinzugerechnet wird, oder von der größeren Lösungszeit abgerechnet wird.

 

Achse      I     = 16 + 22,5 = 38,5 oder rund 38 Jahre.

Achse     II     = 27 + 22,5 = 49,5 oder rund 49 Jahre.

Achse    III     = 38 + 22,5 = 60,5 oder rund 61 Jahre.

Achse    IV     = 49 + 22,5 = 71,5 oder rund 72 Jahre.

Achse     V     = 05 + 22,5 = 27,5 oder rund 27 Jahre.

So entsteht eine Kette von Mittenauslösungen mit 27, 38, 49, 61 und 72 Jahren. Überraschend – jedoch nicht für den, der im Pentagrammfeld zu lesen weiß und schon solche Zusammenhänge erleben konnte. Die Mittenauslösungen fallen also stets in ein Spannungsjahr der Achsen hinein und bringen somit zugleich eines der Spannungsmomente zur Auslösung. Es lohnt sich, diese Kettenreaktion mit ihrem Wollen und mit ihrem Einwirken auf das menschliche Leben weiter zu verfolgen. Das aber liegt nicht im Sinne dieses Buches, das nurmehr den Hinweis geben will, die Gesetze erklärt und die Verkettungen der Achsenauslösungen untereinander klarzulegen versucht (489). In der  praktischen Lebensbeobachtung lässt sich die volle Bestätigung dafür finden, dass ab 45 Jahren ein zweiter Turnus der Achsenentfaltung einsetzt. Das Alter von 45 Jahren ist demnach höchstentscheidend und wird zum Vorbild des nachfolgenden Lebensteiles.

 

45          45          45          45          45

+5      + 16       + 27       + 38       + 94

50          61         72           83          94

 

Die Zahl 45 bedeutet numerologisch: die Mitte oder die Entscheidung zwischen „Ewig“ und „Unendlich“; es ist der Keim zu einer Größe, zu Initiationen, zum Weltwerden, zu weltweiten Entwicklungsmöglichkeiten der Erdwesen. Die Zahl führt ihren Ursprung zurück auf die Zahl Elf = die Geisterneuerung, des Geist-Hinzunehmens und des die Geistverpflichtung auf sich nehmenden Wesens (490). Die Ableiterung der Zahl 11 in die drei Zyklen von Können, Dürfen und Müssen erklärt dem Wissenden um die Bedeutung der Zahl (491). Das Ende dieses Dreier-Zyklus befreit. Hier liegt dieser Entscheidungspunkt, generell gültig nach Prinzip, Weg und Zeit, mit 45 Jahren.

Hier werden Räume ausgefüllt und dann Grenzen erweitert.

Hier ist das Moment der Abtrennung, der Ablösung von herkömmlichen bisheriger Verpflichtungen nach dem tellurischen Organismus. Hier hat sich das Bewusstsein umzurichten, von Herkömmlichen zu Zeitbewusstem. Hier muss sich der Mensch mit seiner Seele und seinem Geiste (Mental-Geist) ablösen von dem, das ihm Generationen, Erbe, Blut und Gewissen auferlegte. Hier sollte jeder Mensch seine persönliche Freiheit erworben haben und hier steht er – generell betrachtet – vor der weiteren Entscheidung in der Folge dem Irdischen zu dienen oder den Weg über die Entfaltung im ekliptischen Kreisorganismus, das heißt Geisterkenntnis, zu wählen und diesem mit allen Konsequenzen zu dienen. Hier steht der Mensch vor der Freiheit, sich geistig und seelisch dahin zu binden, wohin er sich gedrängt glaubt und wo und wie er erwartet, sich für den weiteren Lebensteil erfüllen zu können. Die weitere Entwicklung der Zahlenleiter aus der Zahl 45 lässt auch erkennen, dass der Mensch in seinem zweiten Lebensteil weiter in Verpflichtungen gerät, als Folge seines eigenen Entschließens. Ob seine Entschlüsse bewusst erfolgen oder unbewusst, das bleibt sich dabei vollkommen gleich (492).

Wie der Dreier-Zyklus aus der Zahl 11 das „Können, Dürfen und Müssen“ herausentwickelte, wie sich hier ein Freiheits- und Entscheidungsmoment dem Wesen sich zu Füssen legte, so bietet die Zahl 45 – aus der freien Entscheidung und der eigenen Wahl heraus – wieder einen Folge-Dreiklang von „Können, Dürfen und Müssen“ an, und setzt sie wieder ein Freiheitsmoment zur Entscheidung im Alter von 99 Jahren in Aussicht. An dieser Stelle erscheint es angebracht, darauf hinzuweisen, dass die summe aller Grundzahlen 45 oder 55 ergibt, denn: 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 0 = 45. 0 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 10 = 55. die beiden Zahlen 45 und 55 tragen somit die Zusammenfassung aller Grundprinzipien in sich. Der Unterschied zwischen beiden erklärt sich damit, dass 10 entweder Null oder als Zehn gewertet und gezählt wird. Numerologisch heißt die Frage: ob die Anregung aus der Zahl 45, die zu einer Wandlung der Lebenshaltung hinweisen und das endgültige Einmünden des Lebensrhythmus in die Zahl 55 mit 55 Jahren begriffen und verfolgt wurde oder nicht; oder ob sich der Mensch zur „Null macht oder zur Zehn“. 45 besagt numerologisch: Freiheit zur Entscheidung. Sich von körperlichen Verpflichtungen, von animalischen Restkonstanten abzusetzen, Abwendung von irdisch-verpflichtendem Zeugungswirken, Zuwendung zu geistzeugendem Wirken. Vom Ich-Leben zum selbstlosen Du-Leben. Mit 45 Jahren sollte der Mensch entsprechende Umstellungen in sich einleiten, vom tellurischen Bewusstsein zum ekliptischen Bewusstsein überzutreten. Anstatt also, wie bisher weiter unter seinem tellurisch-somatischen Organismus, dem „Vater-Mutter-Erbe“, dahinzuleben – darüber hinauszuwachsen. Er sollte geistbewusst werden und dem Sinne seines ekliptischen Organismus entsprechend objektiv leben, um der Pflicht zur Wandlung mit 50 beziehungsweise mit 55 Jahren zuvorzukommen und ihr dadurch einfacher gerecht werden zu können.“