HANS ANDREAS CHRISTIAN MÜLLER
genannt
HANS MÜLLER

Sein Leben und seine Lehre

Die Lehre der PENTALOGIE läßt sich auf verschiedenen Wegen erschließen. Ab einem bestimmten Stand der Erkenntnis wird sich jedoch zwangsläufig die Verknüpfung der Wege einstellen, gleich, ob man über die psychologische, philosophische, metaphysische oder esoterische Seite einsteigt. Letztlich ganz zu verstehen ist die PENTALOGIE nur über ihren Begründer HANS MÜLLER.
Er wuchs in einer Beamtenfamilie in Aachen auf. Der Vater war Postbeamter und die Mutter, eine starke Frau, führte den Haushalt. Von den vier Kindern war er der einzige Sohn.
Geboren wurde er am 5. Dezember 1898 in Oschersleben im Harz. Seine Geburt verlief sehr kompliziert. Er war so schwach, als wollte er nicht leben. Sein Vater, bewandert in der Galvanisierungstechnik, behandelte ihn damit so lange bis seine Lebensgeister aktiviert wurden. Da war allerdings schon der 6. Dezember 1898 angebrochen.
Es wäre Spekulation zu behaupten, dass hier ein Geistwechsel stattgefunden hätte. Hans Müller hat davon nie gesprochen. Wohl hat er des öfteren geäußert, dass er ohne den unermüdlichen Einsatz seines Vaters den ersten Tag wohl kaum überlebt hätte.
Als er vier Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Aachen.
Schon früh wandte er sich der Jugendbewegung „Der Wandervogel“ zu. Er hatte durch diese Bewegung den ersten Kontakt zu Menschen, die ihm im esoterischen und exoterischen Bereich weiterhalfen. Seine Naturverbundenheit sowie seine Überzeugung, dass hinter allem eine ordnende und lenkende Kraft steht, waren wie ein Leitfaden bereits in seinem frühen Leben.
Seine künstlerischen Fähigkeiten vervollkommnete er als Student am Frankfurter Staedel. Er nahm Malunterricht bei Prof. Pope (1922 – 1923). In Koblenz erhielt er Unterweisungen bei dem bekannten Bildhauer Christmann (1923 – 1924). Sein technisches und rationales Interesse mündeten in seinen Beruf als Maschinenbauingenieur.
Er heiratete zwei Mal und hatte mit seiner ersten Frau Katharina zwei Söhne, von denen er dem Jüngeren sehr zugetan war. Als dieser sehr früh verstarb, empfand Hans Müller dies als Zeichen des Schicksals und wandte sich verstärkt nach Innen und der Esoterik zu.
Mit Hilfe der „Anderswelt“ und der Unterrichtung in den Hallen des Lernens und der Weisheit erwarb sich Hans Müller ein umfassendes Wissen, das ihn auch zur Weitergabe verpflichtete. Eine nicht unwichtige Station auf diesem Weg war seine Mitgliedschaft in der Freimaurerloge FRATERNITAS SATURNI. Er war zur Zeit des GREGORIUS Stellvertreter des Meisters vom Stuhl.
Als er den Zeitpunkt für gekommen sah, seinen eigenen Weg zu gehen, verabschiedete er sich von der Loge, die das aber nicht akzeptierte. Hans Müller berichtete, dass es zwischen Gregorius und ihm zu einem Kampf auf astraler Ebene kam, aus dem er als Sieger hervorging und daher nicht mehr behelligt wurde.
Auf dem Höhepunkt seiner geistigen Schaffenskraft verfasste er sein Esoterisches Hauptwerk, das Buch Pente.
Er transferierte sein Wissen in eine systematische Form und Struktur und fand dabei den Zusammenhang zwischen dekadischer Numerologie und dem Formsystem des Pentagramms. Bei der Numerologie griff er auf altes chaldäisches Wissen zurück, das ihm zugänglich war und fügte neue Erkenntnisse hinzu. Er legte umfangreiche Statistiken an, um seine Erkenntnisse zu überprüfen und seine Theorien zu verifizieren. Die so entwickelte Numerologie ist die einzige, die auf zehn Zahlen gründet. Hans Müller entwickelte eine neue Denkstruktur und ein System, das er PENTALOGIE, die Lehre von der Fünf, nannte.
Über die Stationen Gelsenkirchen und Saarbrücken kam er nach Merzig / Saarland. Ein Notar aus Colmar im Elsass, den Hans Müller in Frankreich kennen lernte, erwarb das Anwesen „Wilhelmstraße 46“ und stellte es Hans Müller zur Verfügung. In diesem Haus kam es zu intensiven Entwicklungen.
Zu dieser Zeit wurde das INSTITUT FÜR PENTALOGIE gegründet (1964) und zu dessen Schutz die GESELLSCHAFT PENTA e.V. (1963). Im Eigenverlag gab Hans Müller seine Werke sowie Lehrmaterial für die Studierenden der Pentalogie heraus. Es gab Arbeitskreise in denen Pentalogie gelehrt und gelernt wurde und er und seine Mitarbeiterin erteilten Einzelunterricht.
Hans Müller malte, schrieb, lehrte, experimentierte, forschte und arbeitete viel im Garten. Er wurde unterstützt von seinen engsten Mitarbeitern, seiner Gefährtin und seinen „Jüngern“. Es erschien ein weiteres Hauptwerk Das Strahlende System des menschlichen Geistes. Die Zeitschrift Die Pentade wurde von der Gesellschaft PENTA e.V. herausgegeben. Alles wurde im Hause, im Verlag Hans Müller Ing. gedruckt.
Das „Haus Pentalpha“ oder die „Villa“, wie das Anwesen genannt wurde, war nicht nur ein Zentrum der Pentalogie. Es gab dort ein Gewächshaus und einen Park, der von den Pentalogen und Hans Müller angelegt und gepflegt wurde. In dem Anwesen gab es einen Teich mit Fischen, viele Tauben, einige Puten, Ziegen und Schafe. Eher zu Studienzwecken als zum Verzehr. Zeitweilig wurde sogar Ziegen- und Schafskäse produziert.
Die Natur nahm einen beträchtlichen Teil der Zeit und Kraft der dort Wohnenden in Anspruch. Dennoch war auch sie Lehr- und Anschauungsmaterial für die Studierenden. Hans Müller war stets bereit, die Lehrmeisterin Natur mit einzubeziehen, wenn auch die Hauptaufgabe in Verlag und Institut für Pentalogie gesehen wurde.
Im Hause lebten mit Hans Müller Christa Weise, Gernot Brammer und Claus Steinmetz. Außer Hans Müller gingen die drei noch einer beruflichen Beschäftigung nach. Alles drängte auf weitere Expansion, was mit den vorhandenen Kräften nicht zu bewältigen war.
Hans Müller zeichnete sich stets durch eine zeitnahe Lehre aus. Er war Lehrer, Künstler, Gärtner, Esoteriker und Magier. Er war der Ansicht, dass Glauben als Hypothese verstanden werden sollte, bis durch Erfahrung oder Erkennen daraus Gewissheit werden konnte, denn „alles muss auch dem Kopf zugängig sein!“ In diesem Zusammenhang machte er einen deutlichen Unterschied zwischen Intellekt und Intelligenz. Dennoch vertrat er die traditionelle Esoterik.
Neben Hans Müller war Christa Weise, die Frau an seiner Seite, zunehmend die tragende Kraft im Zentrum. Sie hatte Anteil an der Entwicklung der Pentalogie, lehrte und arbeitete im Verlag und im Hause. Sie vertrat ein breites Erkenntnisspektrum frei von engen patriarchalischen Dogmen.
Sie wollte für sich und die Frauen im Kreis all das erreichen, was den Männern selbstverständlich war. Sie blieb sich treu und Hans Müller ebenso, was natürlich zu einem Konflikt führte. Christa Weise zog aus dem Institut aus, da sie nicht die Unterstützung erhielt, die für einen gleichberechtigten Fortbestand von Arbeit und Beziehung erforderlich war.
Der Kreis um Hans Müller zerfiel, als die integrierende Person, Christa Weise, das Haus verließ. Zu dieser Zeit war Gernot Brammer schon ausgezogen. Als letzter verließ auch Claus Steinmetz die Villa, so dass Hans Müller für einige Zeit alleine lebte. Die Schüler und Schülerinnen oder Freunde betreuten ihn abwechselnd, aber Hans Müller hatte eigene Vorstellungen von seinem weiteren Leben. Er war damals 75 Jahre alt.
Eine Zeit lang betreuten ihn verschiedene Personen, die mit ihm im Haus wohnten wie der Maler Patrice Fassell aus Colmar. 1979 zog Karl-Heinz Schreiner zu Hans Müller und blieb zwei Jahre. Die Zeit von 1974 bis 1980 war geprägt von dem Bedürfnis die Differenz von Hand- und Kopfarbeit in einem harmonischen Wechselverhältnis zu überwinden.
Disziplinierte Gelassenheit, Freude an der Natur und den schönen Dingen des Lebens, konzentrierte Arbeit und Geselligkeit im kleinen wie im großen Kreis an fast allen Wochenenden bestimmten Takt und Rhythmus im Haus Pentalpha.
1980 kam Barbara Wacker ins Haus Wilhelmstraße und es gab wieder junge Menschen um Hans Müller. Er genoss es in seinen letzten Lebensjahren sichtlich, umsorgt zu sein. Seine Lebensaufgabe, die Pentalogie den Menschen zu bringen, hatte er abgeschlossen. So gab es in dieser Zeit weder neue Bilder noch weitere Bücher.
Iris Sedella, wie sich Barbara Wacker nannte, blieb bis zum Tod von Hans Müller im Jahre 1985 bei ihm.